Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland, Bezirksverband Lübeck e.V.
Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer in Deutschland, Bezirksverband Lübeck e.V.

Holzrücken im Rittbrook

Der Initiative von Steffi war es zu verdanken, dass wir am Samstag, den 28.01.2017, bei strahlendem Sonnenschein einem Rückepferd bei der Arbeit zuschauen konnten. Steffi war es auch, die schon Tage vorher bei Waldspaziergängen auskundschaftete, wo ungefähr der Arbeitsplatz des Pferdes sein würde. So wussten wir am Samstag, in welcher Richtung wir suchen mussten.

 

Wir trafen uns also bei bestem Wetter um kurz vor elf beim Parkplatz am Rittbrook. Nachdem alle da waren, brachen wir auf und Dank der guten Vorarbeit fanden wir Herrn Brahmstädt sofort. Er war schon fleißig bei der Arbeit und so konnten wir schon im Näherkommen sehen, wie das Pferd fast mühelos, gerne auch im Trab, Baumstämme aus dem Wald an den Wegrand zog. Als Herr Brahmstädt uns bemerkte kam er näher heran, begrüßte uns sehr nett und erlaubte allen, Kontakt mit Nautilus zu knüpfen.
Anschließend erklärte er uns alles rund um das Kaltblut seine Arbeit im Wald.


Nautilus, auch Schlabbi genannt (er schlabberte mir auch sofort den Jackenämel feucht), ist ein zwölfjähriger Wallach aus eigener Zucht. „Er fiel mir nass in die Arme,“ erzählte Herr Brahmstädt. Er ist ein Mix zwischen Bretone und Schleswiger Kaltblut und wiegt nicht ganz tausend Kilo und ist somit kein besonders großer und schwerer Vertreter der Kaltblüter.
Nautilus kann Bäume aus dem Wald ziehen, die ungefähr seinem Körpergewicht entsprechen. Bei diesen Massen, die sich da bewegen ist es zwingend notwendig, das klar ist, wer der Chef ist. Das sollte in jedem Fall der Mensch sein. Die Ausbildung seiner Pferde übernimmt Herr Brahmstädt natürlich selbst. Sie beginnt mit der Geburt und endet nie. Notwendig sind ganz besonders Ruhe und eiserne Konsequenz (ach - wenn das so einfach wäre mit der Konsequenz...).


Im Wald hört Nautilus fast ausschließlich auf Stimmkommandos, wie wir alle sehen konnten. So beherrscht er z.B.: „Auf der Stelle rechts/oder links drehen“ oder „ein büsschen links“. Nautilus war erst den zweiten Tag wieder bei der Arbeit im Wald und wirkte manchmal fast ungestüm. Wenn er, sobald der Baum angehängt war, mit großem Anzug im Trab loslegte. Er blieb dann aber auf Kommando stehen, obwohl Herr Brahmstädt die Arbeitsleine auch schon mal losließ. Das war wirklich beeindruckend! Am Tag arbeitet ein Rückepferd fünf Stunden. Zwischendurch gibt es eine längere Mittagspause, die das Pferd vor allem für den Kopf braucht.

Bei ganz schweren Lasten spannt Herr Brahmstädt seine beiden Pferde vor. Meistens nimmt er auch beide Pferde mit. Die Arbeitsmoral der Pferde ist dann besser. Er lässt dann abwechselnd ziehen. Leider hat Nemo Probleme mit einem Bein und ist nicht einsatzfähig.

 

Die Pferde gehen auch vor der Kutsche und werden geritten. Entgegen der allgemeinen Meinung vieler Menschen über Kaltblüter, lassen diese sich gut reiten und können schon mal richtig Gas geben... besonders im Winter, an und in der Ostsee.

Man merkte, dass das Erzählen Herrn Brahmstädt selbst Freude bereitete und so hätte ich noch lange zuhören können. Aber nach einer Stunde musste er wieder an die Arbeit und Geld verdienen. Und obwohl Nautilus gerne Besuch während der Arbeit bekommt, er hat dann ja Pause, merkte man ihm an, dass er sich wieder bewegen wollte.

Wieder am Parkplatz hat Steffi uns noch mit Kaffee, Kakao, Punsch, Kuchen und Keksen versorgt. Was für ein Service! Vielen Dank dafür sagt – Ute

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